Violetter Rötelritterling
Collybia nuda
Auch: Nackter Rötelritterling, Rotkohlschwammerl, Blauer Rötelritterling, Braunblauer Rötelritterling, Nackter Ritterling +1 weitere
Violette Röteltrichterling
Ausgezeichneter Speisepilz. Trotzdem gilt: nur sicher bestimmte Pilze verzehren.
- Saison · Sep – Mär
-
J F M A M J J A S O N D
- Durchmesser
- 4–22 cm
- Sporenpulver
- Rötlich
- Grundform
- Lamellen
- Wuchsort
- Auf dem Boden
Beschreibung
Hut & Fruchtkörper
4-18 (22) cm Ø, lilaviolett, rosaviolett, alt bräunlich, fleisch-bräunlich oder kaffeebraun bis fleischlila werdend. Die Mitte ist etwas violettbraun, matt bis leicht glänzend, hygrophan, Huthaut kahl, glatt, lange eingerollt. Habitus: Jung halbkugelig mit stark eingerolltem Rand der am längsten violett bleibt. Später flach ausgebreitet und oft wellig verbogen.
Lamellen
Lila, violett, blaulila, nie bräunlich, leicht ablösbar, verschiebbar vom Fleisch, am Stiel ausgebuchtet angewachsen (Burggrabe), sehr gedrängt stehend, Schneiden meist heller, +/- wellig-gezackt.
Stiel
4-13 (16) cm lang, 1-3 (4) cm Ø dick, kahl, blass lila und die Oberfläche ist etwas flockig weiß-silbrig, längsfaserig bereift. Die Grundfarbe blass-lila. Er ist wattig-voll, zylindrisch, Basis oft keulig verdickt. Dort haftet oft reichlich Falllaub oder Nadelstreu.
Fleisch
Lila bis weißlich-lila, im Zentrum weiß, in der Stielrandzone mehr violett, alt gelbbraun, dick, fest.
Geruch
Parfümiert, fruchtig, angenehm würzig, selten etwas rettichartig. Tipp bei feuchtem Wetter: Fruchtkörper in der Hand zerkrümeln und anwärmen und riechen = vergleichbar mit Multivitaminsaft. Der Schmutzige Rötelritterling würde hierbei mehr staubartig riechen.
Geschmack
Mild, nussig, pilzig, roh giftig (blutzersetzend = Hämolyse auslösend).
Sporenpulver
Blassrosa, zartrosa (5,5-8 x 3,5-5 µm, elliptisch bis eiförmig, fein warzig bis punktiert rau. Die Warzen sind oft sehr fein und unter normalem Lichtmikroskop erst bei hoher Vergrößerung = Ölimmersion, gut sichtbar, J-. Basidien 22-35 x 5-7 µm keulenförmig, meist 4-sporig. Cheilozystiden und Pleurozystiden fehlen. HDS aus unregelmäßiges Cutis bis leichtes Ixocutis aus liegenden, zylindrischen, 2-6 µm breiten Hyphen. Die Hyphenwände sind glatt oder fein inkrustiert, oft mit blassviolettem intrazellulärem Pigment. Schnallen an fast allen Hyphensepten, insbesondere im Myzel und der Huthaut). Die mikroskopischen Merkmale, ins besonders die fein warzigen, cyanophilen Sporen und das Fehlen von Zystiden. Diese unterscheiden sich von lila Schleierlingen, welche stark bräunliche, deutlich warzige bis mandelförmige Sporen besitzen, sowie von echten Ritterlingen deren Sporen komplett glatt und hyalin sind.
Vorkommen
Mischwald, gern Laubwald, Folgezersetzer von verrottetem Laub (SAPROPHYT), Herbst bis Winteranfang.
Gattung & Familie
Rötelritterling.
Anmerkungen
Es gibt fünf verschiedene ähnliche Rötelritterlingsarten, die alle essbar aber kaum zu unterscheiden sind und deshalb oft untereinander verwechselt werden: *** Violetter Rötelritterling (Speisewert 1) *** *** Lavendelfarbener Rötelritterling (Speisewert 1) *** *** Schmutziger Rötelritterling (Speisewert 3) *** *** Lilastieliger Rötelritterling (Speisewert 1) *** *** Horngrauer Rötelritterling (Speisewert 4) ***. Einige Autoren sehen einige dieser Arten als Varietäten des Violetten Rötelritterling. Dennoch gibt es oft wesentliche Unterscheidungsmerkmale zueinander. Hutfarbe, Stielfarbe, Konsistenz usw. spielen hierbei eine große Rolle. Der Geschmack ist etwas unterschiedlich!
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